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Good morning STEINFELD !
Kolumne zum Wochenbeginn
Numero 48

ocs

Na bitte, geht doch !
Danke Zypern !

Endlich wissen wir,
wozu das Experiment Bankenrettung ala Zypern gut war.
Der Test für eine Bankenrettung mit den Geldern der Kunden ist super gelaufen.

Zypern ist jetzt zwar wirtschaftlich tot,
hängt alternativlos an der Titte der EU-Wohlfahrt
aber dient nun als Vorbild für das Bankenrettungskonzept der EU.

Die Kunden der Banken sollen es richten,
selbstredend erst nach Aktionären (Inhabern) und Gläubigern,
der Steuerzahler ist raus, sagt die EU.

Nicht ganz,
na ja so ziemlich, im Prinzip schon,
auf jeden Fall aber zum großen Teil,
sagt Herr Dijsselbloem, holländischer Finanzminister
und Boss der Eurogruppe.

Der Steuerzahler kommt erst ganz zum Schluss dran,
wenn es bei Inhabern, Gläubigern und Kunden der Bank nicht reicht,
so wie ich das sehe, also immer.

Dröseln wir das doch mal auf,
wir haben ja das Beispiel Zypern.

Bei der zypriotischen Finanzkrise
wurde in Brüssel lang und breit darüber palavert,
dass Inhaber, Gläubiger und Kunden
zur Rettung der Banken herangezogen werden sollen.

So weit, so gut !

Dumm nur, dass ein Großteil der Aktionäre und Gläubiger,
sowie viele Großkunden offenbar einfach keine Lust hatten,
so lange zu warten, bis dieser für sie unerfreuliche Umstand auch endlich eintritt.

So taten sie, was jeder der bei Sinnen ist und die Chance dazu hat
auch tun würde, sie zogen ihr Geld aus den in Rede stehende Banken ab,
bevor der Geniestreich der Sparkommissare aus Brüssel umgesetzt werden konnte.

Das war Klasse, denn so blieb mehr für die Kunden der Bank zum Retten übrig,
denn die konnten ihr Geld nicht so easy abziehen.

Am Stichtag gab es dann die Rettungsabgabe,
37 Prozent ab 100.000 Euro von den Einlagen.
Bemerkenswert daran ist,
Einlagen ist all das Geld, dass man auf Bankkonten liegen hat.

Dazu mal ein - wie ich zugebe - konstruiertes und völlig abstruses Beispiel:
Nehmen wir an
ein Häuslebauer wohnt seit ein paar Jahren in seiner fremdfinanzierten Immobilie.
Justamente kommt ihm in unserem Beispiel in den Sinn sein Häuschen zu verkaufen,
den Kredit abzulösen
und mit seiner Schwester eine Herrenboutique in Wuppertal zu eröffnen.

Alles läuft wie geplant, das Haus ist verkauft, die Kohle auf dem Konto,
jetzt nur noch schnell den Kredit ablösen und dann ab in den Süden.
Doch als unser liebes Beispiel überweisen will,
stellt er mit sehr gedämpfter Freude fest,
von seinen 185.000 Euro Verkaufserlös für das Haus,
sind nur noch 116.000 Euro da, über Nacht.

Das ist für ihn äußerst betrüblich,
denn seine Verbindlichkeiten für den Hauskredit belaufen sich auf 140.000 Euro,
so ein Pech aber auch.
Pech vor allem, dass unser Herr Beispiel so gar nichts mitgekriegt hatte
von der Rettung seiner Bank mit Kundengeldern und der Stichtagregelung.
So nimmt er also noch rasch einen Kredit auf über 40.000 Euro,
damit er sich freikaufen kann und es was wird da unten in Wuppertal.

Das ist natürlich alles Blödsinn
und polemische Panikmache von mir,
im Prinzip.

Denn leider gab es da wieder einmal einen Beitrag
im öffentlich rechtlichen Nachtprogramm der ARD
mit dem Titel: Verschlusssache Eurorettung !

In selbigem deckt ein Reporter des Berliner Tagesspiegel auf,
wie die Eurorettung bis dato versemmelt wurde,
wie scheiße es gerade läuft
und wie grauenvoll das sein wird, was noch kommt.

In Zypern wurden kleinen Firmen über Nacht ihre Betriebskonten leergeräumt,
ihnen Geld genommen, das sie als Betriebskapital für schlechte Zeiten angespart hatten.
Allerdings ahnten sie da nicht,
dass sie es für die schlechten Zeiten der Bank zurückgelegt hatten.

Die EURO-Strategen sehen es als Geniestreich an,
Bankkunden in die Haftung zu nehmen
und so den Steuerzahler zu entlasten,
großartig.

Was sie dabei möglicherweise im Eifer des Gefechts übersehen haben
ist die Tatsache, dass alle Bankkunden auch Steuerzahler sind,
dass die, die mit dieser Maßnahme getroffen werden sollen,
dann längst ihr Geld in Sicherheit gebracht haben
und dass die Probleme aus den wirtschaftlichen Schieflagen der Geschröpften
schlussendlich ohnehin wieder beim Steuerzahler landen.

Jetzt klingt nur alles besser,
so kurz vor der wichtigsten nationalen Wahl im geeinten Europa.

Ein Parlamentarier aus Irland brachte es auf den Punkt:
Lasst diese verfluchten Banken Pleite gehen !

Have a nice week !

M. Eckart ocs

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